Geschichte des Mops
Bereits im Jahrtausend vor Jesus Christus züchtete man in China mopsähnliche, kurzschnauzige, kleine bullige Hunde. Man nannte sie „Fu“, „Lo-chiang-Sze“, „Lo Chaing“ oder „Pia-Hund“.
Sein Name gibt Rätsel auf: Wer mopst, der klaut, und das tut man nicht. Wer sich mopst, dem ist langweilig. Das holländische mopperen bedeutet meckern, und daher stammt wohl das deutsche Mopshund. Die Geräusche, die der Mops macht, erinnern an ein permanentes Gegrummel. In Frankreich heißt das Hündchen Carlin, abgeleitet von dem Namen des Schauspielers Carlin, der im 18. Jahrhundert als Harlekin mi schwarzer Maske auftrat. Die englische Bezeichnung pug kommt vom lateinischen pugnus, was Faust bedeutet und wohl ein Hinweis auf sein faltiges Gesicht ist, das aussieht, wie eine Knautschzone nach einem schweren Zusammenprall. Manche Leute finden das häßlich. Dabei ist der Mops nicht eben nur ein emotionales, sondern ein ästhetisches Statement. Der Mops ist eine kulturelle Ikone: Keine andere Hunderasse wurde so oft in Kunst, Kunstgewerbe oder in der Werbung dargestellt wie der Mops. Meissen und Nymphenburg, die seit über zweihundert Jahren Porzellanmöpse herstellen, machten seine Konturen unsterblich, er ziert berühmte Gemälde von Hogarth, Goya und zahllosen anderen.
Nun wieder zurück nach China: Hundezucht galt am Chinesischen Kaiserhof als beliebter Sport, betrieben vor allem von Eunuchen und Hofbeamten. Ursprünglich wurden die Möpse auch zur Jagd verwendet (hochbeiniger als heute) und sollen der Überlieferung nach auch bei den Reiterheeren des Dschingis Khan dabei gewesen sein.
Aus all den Legenden über seine Ansiedlung
nach Europa lässt sich an Hand einer Zeichnung von Pisanello das Jahr
1425 mit Sicherheit als Anhaltspunkt angeben. Mit den Schiffen der East
Indian Company oder über die Seidenstraße führte sein Weg in den
Westen.
Als exotische Rarität kamen die ersten Möpse als Gastgeschenke an den Zarenhof und in das Niederländische Königshaus. Für die Oranier wurde er wegen seiner Farbe (Oraniergelb, unterstützt noch durch orangene Schleifen) zum Maskottchen. Außerdem soll Mops „Pompey“ Prinz Willem von Oranje (1533- 1584) das Leben durch lautes Bellen vor einem Mordanschlag gerettet haben. Auch im italienischen Volkstheater des 16.Jh. ist der Mops präsent. In der „Comedia dellárte” war er Begleiter des “Arlechino”. Mit einem Miniatur-Harlekinkostüm und Glöckchen um den Hals machte er seine Kunststücke. Sein Gesicht weist ihm ja durch die dunkle Maske und die beiden schwarzen Schönheitspunkte auf beiden Wangen schon von Natur aus eine Komödiantenrolle zu. In Italien heißt der Mops seit dieser Zeit nach einem berühmten Arlecchino „Carlino“, in Frankreich „Carlin“.
Im Englischen heißt der Mops "pug" (vom lateinischen "pugnus" = "Faust"), vermutlich weil seine Kopfform an eine geballte Faust erinnert. Die Holländer und Deutschen nennen ihn Mops, abgeleitet vom niederländischen Verb "mopperen" - etwa: "brummen". Das althochdeutsche Wort "mup" bedeutet aber auch "das Gesicht verziehen". Geräuschvolle Atmung und mürrisches Gesicht - beides trifft auf den Mops zu. Die französische Bezeichnung "carlin" geht zurück auf den Schauspieler Carlo Antonio Bertinazzi, genannt Carlin, der ein berühmter Darsteller des Arlechino in den Commedie dell´Are war. Da diese Figur immer eine schwarze Gesichtsmaske trug - wie der Mops - bekam der Hund hier diesen Künstlernamen.
Das 17. Jh. brachte durch die China-Mode einen regelrechten Mopsboom in Europas Adelshäuser. Sogar ein Mopsorden wurde 1738 gegründet, als Papst Clemens XII, per Dekret die Freimaurerei durch Exkommunikation verbat. Der Mops wurde durch seine positiven Eigenschaften zum Symbol dieses Ordens., die Angehörigen der einzelnen Logen hießen „Möpse“. Im Biedermeier ging es mit dem Image der Rasse rapide bergab. Überfüttert, ohne Bewegung musste er auf Diwanpölstern ältlicher Jungfrauen dahindösen und wurde zur Karikatur seiner Selbst. Möpse wurden immer seltener.
Die Neubelebung ging von England aus. Zwei
wesentliche Linien wurden Ende des 19. Jh. aufgebaut. Mit viel
züchterischen Geschick wurde die Rasse in Wesen und Erscheinung dem
chinesischen Ursprung gemäß neu geboren. Die „Willoughby-Linie“ mit
zwei russischen Möpsen mit guter Faltenbildung und Aalstrich und
die „Morrison-Linie“ mit einem chinesischen Pärchen, - warmgelbe Farbe,
massiver Körperbau, viele Falten. Auch der Marquis of Wellesley brachte
ein Paar direkt aus China, nachdem britische Truppen 1860 den
Kaiserlichen Palast erobert hatten. Zwei schwarze Möpse importierte die
Weltreisende Lady Brassey 1877 auf ihrer Jacht aus China, um mit ihnen
eine Zucht zu gründen. Immer wieder fielen auch in Europa schwarze
Möpse, doch wurden sie bis zu diesem Zeitpunkt meist aus den Würfen
eliminiert.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts schrieb ein böswilliger Hundewissenschaftler: "Der Mops ist kein Adonis, wenig intelligent, oft mürrisch und Fremden gegenüber schlecht gelaunt." Auch der Zoologe Alfred Brehm hielt nicht viel von diesem Hund und schrieb in der ersten Auflage seines "Thierlebens": "Die Welt wird nichts verlieren, wenn dies abscheuliche Tier den Weg allen Fleisches geht." Tatsächlich ist der Mops aber intelligent, gesellig und fröhlich. Denkbar ist natürlich, daß einige Tiere von einem oberflächlichen Halter derartig verwöhnt wurden, daß sie einen schwierigen Charakter entwickelt haben. Aber das ist nicht die Schuld vom Mops!



